Eine ebenso attraktive wie resolute Rancherin, ein vorlauter Cowboy, ein verliebter Sheriff und eine rassige Stute – das sind die Zutaten in Emmerich Kálmáns im US-amerikanischen Exil entstandener, erst posthum uraufgeführter Operette Arizona Lady. Mit der »Western-Operette« setzt die Komische Oper Berlin ihre in den vergangenen Jahren mit Kálmáns Die Bajadere und Die Herzogin von Chicago begonnene Reihe konzertanter Operettenaufführungen zur Weihnachtszeit fort. Das völlig zu Unrecht vergessene Meisterwerk Arizona Lady ist in einer neuen musikalischen Bearbeitung zu erleben. Eine 90-minütige geballte Mischung aus Budapest und Broadway, Paprika und Paramount Pictures – mit Multitalent Katharine Mehrling als Lona Farrell, Besitzerin der Sunshine-Ranch in Arizona, und Hinterm Horizont-Star Serkan Kaya als lonesome Cowboy aus Colorado, der das schnellste Pferd im Stall – Arizona Lady – zu zähmen weiß … und die energische Rancherin gleich mit!

Foto: Gunnar Geller

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Begegnet sind sich Katharine Mehrling und Serkan Kaya noch nicht, weder auf der Bühne noch im privaten Leben – aber natürlich haben sie so einiges von einander gehört. Nun bringt sie also ein Pferd zusammen. Die Erfahrungen mit dem Rücken der Pferde, auf dem ja angeblich das Glück dieser Erde liegt, sind jedoch recht unterschiedlich: »Obwohl in der Türkei, wo meine Wurzeln liegen, so ziemlich jede Familie ein Pferd hat, bin ich noch nie geritten«, bekennt der in Leverkusen geborene Serkan Kaya. »Aber ich hab schon mal eine Pferdekutsche gelenkt!«, fügt er stolz hinzu. Katharine Mehrling hingegen ist schon mehrfach über Felder und Wiesen galoppiert: »Durch die Natur zu reiten ist das Schönste! Immer wenn sich irgendwo im Urlaub die Gelegenheit bietet, versuche ich zu reiten. Ab und zu auch mal außerhalb Berlins bei einer Freundin. Ich liebe Pferde über alles! Allein ihr Duft macht mich schon glücklich.« Auch die Beziehung zu den Vereinigten Staaten könnte bei den beiden nicht unterschiedlicher sein: Während Katharine ein halbes Jahr in New York gelebt, New Orleans, Los Angeles und Miami besucht hat, war Serkan noch nie im Land der Cowboys und Indianer. »Ich habe einen türkischen Pass. Damit kommt man ohne Schwierigkeiten nur nach Fantasialand! Überall anderswo benötigt man ein Visum – wenn man es denn bekommt.« Aber bei der Begeisterung für den »Wilden Westen«, da treffen sich die beiden dann doch: »Ich mag Westernfilme«, bekennt Katharine Mehrling, »wegen der wilden Landschaft und der introvertierten Cowboys«. Als Lieblings-Western nennt sie Filme wie Spiel mir das Lied vom Tod, Broke Back Mountain, aber auch Der Schatz im Silbersee aus der Winnetou-Reihe. »Als Kind hatte ich eine Schallplatte mit dem Schatz im Silbersee!«, erinnert sich Serkan Kaya mit leuchtenden Augen. »Die kannte ich in- und auswendig. Ich hab auch einige der Karl-May-Romane gelesen.« Als Rancherin oder Cowboy standen beide noch nie auf der Bühne. Aber beim Kinderfasching war Katharine »das Cowgirl, auch mal eine Squaw mit blonden Zöpfen. Ich steh nun mal auf Cowboys, Country und Jodeln.« Spricht’s und hängt einen gekonnten Jodler hinten dran. »Da war ich dann doch lieber der Indianer«, kontert Serkan. »Die Indianer waren einfach sympathischer, das sind für mich die Rockstars des Wilden Westens.« Die Voraussetzungen scheinen ideal für ein aufregendes Abenteuer im wilden Arizona, »dort wo die Sonne glüht, dort wo der Kaktus blüht«! Darf ein Cowboy denn singen? »Er darf nicht nur, er muss!«, sagt nicht etwa der Cowboy, sondern die Rancherin Katharine Mehrling. Yeeha! Auf nach Arizona!

Geschrieben von Komische Oper

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