Bitte Copyright-Hinweise am Textende beachten! Please notice the copyright details at the end of the text! -- Komische Oper Berlin "CASTOR ET POLLUX", Oper mit Musik von Jean-Philippe Rameau, Libretto von Pierre-Joseph Bernard, Musikalische Leitung: Christian Curnyn, Inszenierung: Barrie Kosky, Buehne und Kostueme: Katrin Lea Tag, Koproduktion mit English National Opera (ENO), Premiere am 11.05.2014. Szene mit Nicole Chevalier (als Telaire). -- © Iko Freese / drama-berlin.de Veroeffentlichung bei Nennung des Fotografen fuer Veranstaltungsankuendigungen honorarfrei. Bitte ein Belegexemplar an: Komische Oper Berlin, Pressestelle, Behrenstr. 55-57, D-10117 Berlin, presse@komische-oper-berlin.de. -- Komische Oper Berlin 'CASTOR ET POLLUX', opera with music by Jean-Philippe Rameau, libretto by Pierre-Joseph Bernard, conducted by Christian Curnyn, directed by Barrie Kosky, stage and costumes design Katrin Lea Tag, co-production with English National Opera (ENO), opening May 11, 2014. Scene with Nicole Chevalier (as Telaire). -- © Iko Freese / drama-berlin.de Reproductions for program announcements are free of charge, if the photographer is fully credited. Please send a copy to Komische Oper Berlin, Pressestelle, Behrenstr. 55-57, D-10117 Berlin, presse@komische-oper-berlin.de.

250 Jahre nach Rameaus Tod erscheint mit Barrie Koskys preisgekrönter Inszenierung von Castor et Pollux eine Oper des großen französischen Barockkomponisten auf der Bühne eines der drei großen Berliner Opernhäuser.

Liebe, Hass und Eifersucht – das ist der Stoff, aus dem nicht nur Vorabendserien gestrickt sind. Die emotionalen Verstrickungen in Jean-Philippe Rameaus Oper Castor et Pollux stellen jede Soap Opera problemlos in den Schatten: Phébé liebt Castor, Castor aber liebt Phébés Schwester Télaïre. Télaïre wiederum erwidert Castors Liebe, ist jedoch Castors Bruder Pollux versprochen, der sie ebenfalls liebt. Das beziehungstechnische Dilemma in Rameaus Oper aus dem Jahre 1754 ist schlichtweg unlösbar. Und dies ist nur der Anfang! Denn Pollux verzichtet im Verlaufe der Handlung zwar zugunsten seines Bruders großzügig auf Télaïre, doch gewonnen ist damit gar nichts. Wieder bleiben zwei leidende Seelen auf der Strecke: der einsame Pollux selbst und Phébé. Ihrer gegen die eigene Schwester angezettelten Intrige fällt ausgerechnet der von beiden Schwestern begehrte Castor zum Opfer.

Jean-Philippe Rameaus Meisterwerk Castor et Pollux macht aus der berühmten Sage um die untrennbare, über den Tod hinausgehende Liebe der beiden Zwillingsbrüder Castor und Pollux ein modernes Seelen-Drama. So lässt sich Pollux’ »Gang in die Unterwelt« zutiefst menschlich deuten: Wo beginnt die eigene Hölle des Menschen und wo endet sie? Betritt Pollux die Unterwelt tatsächlich erst, als er seinem toten Bruder folgt? Oder ist die Hölle nicht bereits von Anfang an in den fatal aneinander geketteten Protagonisten selbst gegenwärtig, und Jean-Philippe Rameau schildert uns in himmlischen Klängen nichts als den fortschreitenden Abstieg in das selbst geschaffene Inferno?

Von wahrhaft modernem Zuschnitt sind nicht nur derlei existentielle Fragen, sondern auch die dramaturgische Anlage des Werkes: Gleich in dem die Oper eröffnenden Rezitativ stellt Phébé in nur wenigen Minuten die fatale Ausgangssituation des Dramas vor, das sich sodann in schneller Szenenabfolge entfaltet und immer weiter zuspitzt – bis zum tragischen Mord an Castor. Der Trauerchor und Télaïres Klage um den toten Geliebten zu Beginn des zweiten Aktes gehören zu den tief bewegenden Höhepunkten des Werkes. Überhaupt ist die stets am dramatischen Geschehen orientierte musikalische Gestaltung des gesamten Werkes ihrer Zeit in vielerlei Hinsicht weit voraus: Als Reformer der französischen Oper, dessen Schaffen nicht ohne Einfluss auf jüngere Zeitgenossen wie Christoph Willibald Gluck bleiben sollte, löst Rameau die strikte Trennung zwischen Arie und Rezitativ an vielen Stellen auf und verleiht so dem Fortgang der Handlung eine Sogkraft, der sich kaum ein Zuhörer entziehen kann.

Bitte Copyright-Hinweise am Textende beachten! Please notice the copyright details at the end of the text! -- Komische Oper Berlin "CASTOR ET POLLUX", Oper mit Musik von Jean-Philippe Rameau, Libretto von Pierre-Joseph Bernard, Musikalische Leitung: Christian Curnyn, Inszenierung: Barrie Kosky, Buehne und Kostueme: Katrin Lea Tag, Koproduktion mit English National Opera (ENO), Premiere am 11.05.2014. Szene mit Nicole Chevalier (als Telaire) und dem Chor der Komischen Oper Berlin. -- © Iko Freese / drama-berlin.de Veroeffentlichung bei Nennung des Fotografen fuer Veranstaltungsankuendigungen honorarfrei. Bitte ein Belegexemplar an: Komische Oper Berlin, Pressestelle, Behrenstr. 55-57, D-10117 Berlin, presse@komische-oper-berlin.de. -- Komische Oper Berlin 'CASTOR ET POLLUX', opera with music by Jean-Philippe Rameau, libretto by Pierre-Joseph Bernard, conducted by Christian Curnyn, directed by Barrie Kosky, stage and costumes design Katrin Lea Tag, co-production with English National Opera (ENO), opening May 11, 2014. Scene with Nicole Chevalier (as Telaire) and the choir of the Komische Oper Berlin. -- © Iko Freese / drama-berlin.de Reproductions for program announcements are free of charge, if the photographer is fully credited. Please send a copy to Komische Oper Berlin, Pressestelle, Behrenstr. 55-57, D-10117 Berlin, presse@komische-oper-berlin.de.

Barrie Koskys Inszenierung, 2011 in Kooperation mit der English National Opera in London entstanden, folgt den fortwährenden Tempowechseln in der Dramaturgie des Werkes, konzentriert sich dabei ganz auf die vier Hauptpersonen der Handlung und erzählt die Reise in die eigenen inneren Abgründe in ebenso schlichten wie unmittelbar ergreifenden Bildern, die vom archaischen Hauch des Mythos beseelt sind. Ohne jegliches Beiwerk lässt er die Protagonisten mit all ihren bisweilen ungezügelten Emotionen zwischen nackten hölzernen Wänden aufeinander prallen, sich lieben, sich hassen, sich töten, sich verlieren und sich wiederfinden. Mit verzerrten Fratzen erscheinen die Dämonen der Unterwelt als Spiegel der eigenen Ängste und Alpträume.

Die minimalistische Inszenierung, die die menschliche Seele nackt und bloß auf die Bühne stellt, sorgte bei den Kritikern in England zunächst für Irritation und erntete auch skeptische, zum Teil sogar ablehnende Rezensionen. Das Publikum hingegen machte sich sein eigenes Urteil, und alsbald hatte sich die Einmaligkeit dieser Produktion herumgesprochen, so dass die letzten Abende der Vorstellungsserie in England vor ausverkauftem Haus stattfanden. Im Nachhinein wurde die Produktion dann auch von offizieller Seite »geadelt«, erhielt sie doch mit dem Laurence Olivier Award für die beste Neuinszenierung 2012 den wichtigsten britischen Theaterpreis.

Nun wird »Castor und Pollux« zum zweiten Mal an der Komischen Oper Berlin zu erleben sein. Als Castor wird der junge britische Sänger Allan Clayton aus London nach Berlin kommen. Mit Günter Papendell als Pollux, Nicole Chevalier als Télaïre und Gaëlle Arquez als deren Schwester Phébé trifft er im Ensemble der Komischen Oper Berlin auf künstlerische »Geschwister«, die die bewegende und aufwühlende Geschichte um die fatale Verstrickung von vier jungen Menschen mit Jean-Philippe Rameaus grandioser Musik zu einem packenden theatralen Erlebnis machen.

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Geschrieben von Komische Oper

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