Der Komponist Sergej S. Prokofjew gilt bei Vielen noch immer als Geheimtipp. Denn in seinem umfangreichen Werk verbergen sich Schätze, die selten gespielt werden und oft nur eingefleischten Fans vertraut sind. Zu Unrecht! Denn kaum ein Komponist der Moderne hat ein Oeuvre hinterlassen, das derart vielfältig und bunt ist und die wechselvolle Geschichte seiner Zeit so eindrücklich widerspiegelt wie Sergej S. Prokofjew.

Bitte Copyright-Hinweise am Textende beachten! Please notice the copyright details at the end of text! -- Komische Oper Berlin "DER FEURIGE ENGEL", Oper mit Musik und Libretto von Sergej Prokofjew nach dem Roman "Ognennyj Angel" von Waleri Jakowlewitsch Brjussow, Musikalische Leitung: Henrik Nanasi, Inszenierung: Benedict Andrews, Buehne: Johannes Schuetz, Kostueme: Victoria Behr, Premiere am 19.01.2014. Szene mit Svetlana Sozdateleva (als Renata) und Evez Abdulla (als Ruprecht, Ritter). -- © Iko Freese / drama-berlin.de Veroeffentlichung bei Nennung des Fotografen fuer Veranstaltungsankuendigungen honorarfrei. Bitte ein Belegexemplar an: Komische Oper Berlin, Pressestelle, Behrenstr. 55-57, D-10117 Berlin, presse@komische-oper-berlin.de. -- Komische Oper Berlin 'THE FIERY ANGEL', opera with music and libretto by Sergei Prokofiev based on the novel 'Ognenny Angel' by Valery Yakovlevich Bryusov, conducted by Henrik Nanasi, directed by Benedict Andrews, stage design Johannes Schuetz, costumes design Victoria Behr, opening January 19, 2014. Scene with Svetlana Sozdateleva (as Renata) and Evez Abdulla (as Ruprecht, a Knight). -- © Iko Freese / drama-berlin.de Reproductions for program announcements are free of charge, if the photographer is fully credited. Please send a copy to Komische Oper Berlin, Pressestelle, Behrenstr. 55-57, D-10117 Berlin, presse@komische-oper-berlin.de.

»Der feurige Engel« Bild: Iko Freese (drama-berlin.de)

Prokofjews Biografie ist gezeichnet durch die politischen Umbrüche des 20. Jahrhunderts. Nach ersten Erfolgen in Russland emigrierte er nach der Oktoberrevolution in die Vereinigten Staaten, schlug er sich von dort nach Paris durch, um schließlich in den 30er Jahren in seine sowjetische Heimat zurückzukehren, wo ihn nach dem 2. Weltkrieg der Eiserne Vorhang in Schach hielt und er den Repressionen Stalins ausgesetzt war. Derart unterschiedliche Lebensstationen trugen sicher zur kompositorischen Vielfalt innerhalb Prokofjews Werk bei. Doch auch durch seine Werke selbst ziehen sich einige Konstanten: eine rhythmische Motorik durchzieht seine Musik ebenso wie die Liebe zu ausdrucksstarken Melodielinien – und eine ganz persönliche Zuneigung zum Klavier.

 

Prokofjews grandiose Schaueroper Der feurige Engel kann es an Spannung mit jedem Horrorfilm aufnehmen. In fünf atemlosen Akten erzählt Prokofjew in seiner Oper eine aberwitzige Geschichte rund um die Obsession einer Frau, die einen Engel liebt, hinter dem sich aber der Teufel verbirgt.

 

Im Mittelpunkt der Oper steht Renata: In ihrer Kindheit in feuriger Liebe entbrannt zu ihrem engsten Spielgefährten Madiel – einer lichten Engelsgestalt –, jagt sie noch als erwachsene Frau dem Wunsch nach, sich dem entschwundenen Gefährten körperlich hinzugeben. Wie besessen sucht sie in allen Partnern ihren Madiel und treibt die ihr Verfallenen dabei mitunter ins Verderben. Unter der symbolistischen Oberfläche der Oper verbirgt sich das Porträt einer steinigen Seelenlandschaft. Gezeigt wird ein Mensch, der aufgrund eines kindheitlichen Traumas in seiner Entwicklung gestört ist und sich in den Wahn flüchtet. Prokofjew braut in seinem Feurigen Engel einen wilden Mix aus Teufelsspuk, Mystizismus und Alchemie und spickt ihn mit einer Reihe schillernder Figuren – darunter Faust und Mephistopheles sowie ein blutrünstiger Inquisitor, der Renata schließlich auf den Scheiterhaufen schickt.

 

 

Fast wäre das Werk in Berlin uraufgeführt worden: Bruno Walter wollte es 1927 an der Städtischen Oper herausbringen, doch Prokofjew konnte das Orchestermaterial nicht rechtzeitig fertig stellen, und der Vertrag platzte. Erst 1955, zwei Jahre nach Prokofjews Tod, erblickte das Werk szenisch schließlich in Venedig das Licht der Welt. Seit Januar 2014 ist Der feurige Engel nach über 40 Jahren wieder in Berlin zu erleben – in einer packenden Inszenierung des jungen australischen Regisseurs Benedict Andrews, in dessen Theaterinszenierungen Schauspielerinnen wie Cate Blanchett und Isabelle Huppert Triumphe feierten. Mit seinen Arbeiten an der Schaubühne (u. a. Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams und Gerettet von Edward Bond) war Benedict Andrews in Berlin bisher nur als Schauspielregisseur bekannt, hat aber bereits mehrfach auch Opern inszeniert (u. a. Monteverdis The Return of Ulysses an der English National Opera London und Mozarts Le nozze di Figaro am Opernhaus Sydney.) Mit Der feurige Engel gab er sein Debüt an der Komischen Oper Berlin.

 

Geschrieben von Komische Oper

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