Désirée Nick ©Marcel Steger

Désirée Nick ©Marcel Steger

Désirée Nick in Kálmáns Zirkusprinzessin an der Komischen Oper Berlin

Hereinspaziert! Hereinspaziert! Wie in den vergangenen Jahren heißt es auch dieses Mal kurz vor Weihnachten an der Komischen Oper Berlin: Manege frei für eine klingende Operettensensation aus der Feder Emmerich Kálmáns! Dessen Zirkusprinzessin entführt, wie der Titel vermuten lässt, in die Welt der Akrobaten, Clowns und Tierdompteure. Als Zirkusdirektorin Stanislawski erzählt Dschungelkönigin und Diseuse Désirée Nick mit gewohnt losem Mundwerk 90 pausenlose Minuten von der heißen Liebesaffäre zwischen der reichen russischen Fürstin Fedora Palinska und dem ebenso attraktiven wie mysteriösen Zirkusakrobaten Mister X …

 

»Ich mag Zirkus wegen seiner Skurrilität«, bekennt Désirée Nick. »Was geboten wird, bewegt sich außerhalb jeglicher Norm, und dieser Jahrmarkt gefällt mir. Zum klassischen Zirkus gehört ein Orchester, welches akrobatische Einlagen per Tusch, Trommelwirbel oder spannungsreicher Untermalung kommentiert. Diese Musik hat mich oft mehr fasziniert als die Clowns.« Und diese Musik lässt auch Emmerich Kálmán in seiner Zirkusprinzessin anklingen. Kálmán und seine Librettisten wussten um die Affinität von Zirkus und Operette. Beide Genres spielen mit den ganz großen Emotionen: »Wenn ein klassischer Pierrot zu seiner Trompete greift und spielt, kommen mir garantiert die Tränen«, gesteht die Nick. Und wenn der Akrobat hoch oben unter dem Zeltdach seine Saltos dreht, stockt allen der Atem.

 

Genau so ein wagemutiger Akrobat ist der Mister X in der Zirkusprinzessin. Kein Wunder, dass ihm die Damenwelt zu Füßen liegt. »Zirkus hat einen einzigartigen Geruch und verkauft alles als Sensation, appelliert an kindliches Staunen«, so Désirée Nick. »Mir haben es seit jeher die Assistentinnen angetan, die nur Handreichungen oder Hilfsdienste verrichten und daraus ein glitzerndes Spektakel machen. Sehr gerne würde auch ich mich zersägen lassen oder als schwebende Jungfrau brillieren!« Bevor es so weit kommt, brilliert die Nick aber erst einmal als Zirkusdirektorin an der Komischen Oper Berlin, was keinesfalls ihre erste Begegnung mit dem Genre Operette ist: An der Staatsoperette Dresden hat sie bereits Johann Strauß’ Carneval in Rom moderiert und seit Anfang des Jahres steht sie am Theater Bremen als Wirtin Josepha Voglhuber in Ralph Benatzkys Im Weißen Rössl auf der Bühne. Daher lässt es sich die mittlerweile operettenerfahrene Nick nicht nehmen, auch auf der Bühne der Komischen Oper Berlin ihre Gesangskünste zu präsentieren. Schließlich hat sie bereits die Königin der Nacht gesungen, die Lakmé, die Margarete in Gounods Faust … zugegeben: in einem Theaterstück über die skurrile amerikanische Sopranistin Florence Foster Jenkins. Aber: »Ich bin in einem Alter, für das die schönsten Operettenpartien konzipiert wurden!«, bekennt sie freimütig. »Die Operettenliteratur ist voll von Rollen, die geschrieben wurden für die zweite Lebenshälfte, d.h. für mich!« Und fügt noch hinzu: »Es gibt keine bessere Diva als mich. Fragen Sie mich nicht warum. Ganz ehrlich, wenn ich sehe, wie andere ‚Diven‘ darstellen, auch an der Komischen Oper Berlin, habe ich permanent das Gefühl, die machen mich nach. Dabei könnten sie doch gleich das Original haben!«

Am 20. Dezember ist es nun endlich soweit: Das Original Nick erobert die Bühne der Komischen Oper Berlin! Das werden sich ihre Fans sicherlich nicht entgehen lassen. Und Kálmán-Fans dürfen sich neben »Zirkusnummern« wie »Die kleinen Mäderln im Trikot« auf schmachtende Melodien wie »Zwei Märchenaugen« oder »Einmal schlägt auch meine Stunde« freuen. Hereinspaziert! Manege frei!

Nur 2 Termine: 20. Dezember 2015 und 30. Dezember 2015

Geschrieben von Komische Oper

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