Am 12. September jährt sich zum 250. Mal der Todestages von Jean-Philippe Rameau. Zeit sich mit dieser faszinierende Komponistenpersönlichkeit auseinanderzusetzen. Man hat ihm nach seinem Tode große Anerkennung als einem der wichtigen französischen Musiker gezollt, was nicht verhindern konnte, dass sein lyrisches Werk für 140 Jahre in Vergessenheit geriet. Inzwischen werden seine über 30 Bühnenwerke, mit denen er, ähnlich wie sein Vorgänger Jean-Baptiste Lully unter Ludwig XIV., in der Regierungszeit von dessen Nachfolger Ludwig XV. den Sonderweg der französischen Oper als Kunstwerk des Absolutismus weiter festigte, mit wachsender Begeisterung wieder aus dem Archiv geholt, aufgeführt und eingespielt.

Jean-Philippe Rameau, Gemälde von Camelot Aved

Jean-Philippe Rameau, Gemälde von Camelot Aved

Der renommierte Organist erwarb sich zunächst einen Ruf als Musiktheoretiker, der dazu Akkord- und Harmonielehre publizierte. Als Leiter des Privatorchesters eines reichen Gönners sammelte er auch praktische Erfahrungen mit Klangkörpern. Bis er jedoch als Komponist Renommee erwarb, musste Rameau – Ausnahme sind einige wenige Einzelwerke – 50 Jahre alt werden. Zu dieser Zeit kam mit Hippolyte et Aricie sein erstes Operndrama zur Aufführung und wurde umgehend ein Erfolg. Rameau wurde von Ludwig XV. zum Kabinettkomponisten ernannt. »Mein Gott, in dieser Oper steckt genug Musik, um zehn daraus zu machen; der Mann wird uns alle auslöschen«, urteilte sein Komponistenkollege André Campra über Hippolyte et Aricie. 

Als Reformer der französischen Oper, dessen Schaffen nicht ohne Einfluss auf jüngere Zeitgenossen wie Christoph Willibald Gluck blieb, löst Rameau die strikte Trennung zwischen Arie und Rezitativ an vielen Stellen auf: Rezitative gehen nahtlos in ariose Passagen über, die in den Beginn einer Arie oder eines Ensembles münden und so dem Drama eine Sogkraft verleihen, der sich kaum ein Zuhörer entziehen kann. Die französische Oper hatte seit Jean-Baptiste Lullys Tod 1687 keine neuen Impulse mehr erhalten, Rameau weckte sie aus ihrem Dornröschenschlaf.

Rameau auf die Bühne zu bringen, ist keine leichte Aufgabe. Französischer Barock ist stilistisch etwas ganz anderes als das, was man hierzulande mit Barockmusik verbindet, allein was die Art und Menge der Verzierungen betrifft. Es erinnert eher an die Musik Glucks oder des Rokoko. Arie und Rezitativ gehen hier fast unmerklich ineinander über, langen sehr hohen Passagen folgen tiefste Töne. Eine echte gesangstechnische Herausforderung!

Zum ersten Mal in Berlin zeigt die Komische Oper Berlin Jean-Philippe Rameaus Meisterwerk Castor et Pollux über vier durch Liebe und Eifersucht, Leidenschaft und Hass unausweichlich aneinander gefesselte Menschen.

Premiere am 11. Mai 2014.
Mehr Informationen zum Rameau-Jahr 2014 finden sie hier:

Geschrieben von Komische Oper

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