Zuschauer und Akteure teilen sich zu später Stunde die fast leere Bühne, um in der geheimnisvollen Atmosphäre dieses außergewöhnlichen Ortes Jean Cocteaus rätselhaft traumartige Erzählung in der Vertonung des berühmten amerikanischen Komponisten Philip Glass zu erleben.

Foto: Gunnar Geller

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Mit seiner motorisch-soghaften Musik hat Philip Glass die Grenzen zwischen E- und U-Musik längst gesprengt: Seine Kompositionen erklingen in den großen Opernhäusern der Welt, sind aber ebenso Teil der Popkultur. Mit zahlreichen Soundtracks (u. a. The Truman Show und The Hours) ist er auch Cineasten kein Unbekannter.

Die Geschwister Paul und Elisabeth leben in ihrer eigenen Welt, die durch ein vereinbartes »Spiel« immer mehr zu einer Fantasiewelt fernab der Realität wird. Ausbruchsversuche aus diesem selbst geschaffenen Gefängnis scheitern am Widerstand des jeweils anderen. Elisabeths Verlobter Michael stirbt bei einem Autounfall, Gérards Zuneigung wird von Elisabeth zurückgewiesen. Als Paul sich in Agathe verliebt, erstickt Elisabeth durch ein Geflecht aus Lügen jeden Keim einer möglichen Beziehung. Oder sind Michael und Agathe nur Ausgeburten der Fantasie der beiden Geschwister, Teile ihres »Spiels«? Die schöpferische Kraft der Imagination – in Les Enfants terribles besitzt sie einen geradezu zerstörerischen Charakter, unausweichlich wie die unaufhörlich weiter treibende, zu keinem Zeitpunkt stillstehende Musik für vier Sänger, einen Schauspieler und drei Klaviere.

1929 schreibt Jean Cocteau während eines Entzugs in einem siebzehntägigen Rausch den Roman Les enfants terribles, 1949 verfilmt der große Regisseur Jean-Pierre Melville den Stoff. 1996 vertont Philip Glass, gemeinsam mit der Choreographin Susan Marschall Les enfants terribles, zu einer Tanzoper.

»Es muss noch einmal betont werden, dass keiner der beiden Protagonisten dieses Theaters und nicht einmal der, welcher den Zuschauer vorstellte, sich bewusst war, eine Rolle zu spielen. Eben dieser primitiven Unbewusstheit verdankte das Stück seine ewige Jugend.« Jean Cocteau

Nur zwei Vorstellungen in der Komischen Oper Berlin! Am 2. und 6. Juli 2014.

Geschrieben von Komische Oper

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