Adrian Strooper (Bild: Jan Windszus Photography)

Adrian Strooper (Bild: Jan Windszus Photography)

Direkt aus dem paradiesischen Norden Australiens hat es den jungen Tenor Adrian Strooper ins kühle Europa verschlagen. Seit der Spielzeit 2012/13 hat er sich mit seiner Familie in Neukölln ein eigenes Paradies eingerichtet. Nach Don Ottavio in Herbert Fritschs umjubelter Inszenierung des Don Giovanni steht nun ein Liebhaber ganz anderer Couleur auf Stroopers Agenda: der verliebte Metzgermeister Oskar in HK Grubers Geschichten aus dem Wiener Wald …

Was war Ihr erster Gedanke bei diesem Titel?

Ich dachte, mich erwartet ein Märchen, eine romantische Geschichte in dunklen Tannenwäldern mit kleinen Ortschaften. Hinterwäldlerisch stimmte dann ja auch, allerdings eher, was die Geisteshaltung der Figuren angeht …

Don Ottavio kennen wir, aber was für ein Charakter verbirgt sich hinter Oskar?

Ein romantischer, aber auch ein dummer. Ich versuche, in meinen Charakteren stets den sympathischen Teil zu finden. Mariannes Kind ist für Oskar das Symbol seines Schmerzes, der lebende Beweis dafür, betrogen worden zu sein. Oskar liebt Marianne, aber er ist unfähig zum Mitgefühl.

HK Gruber oder Mozart? Zeitgenössische Oper ist für einen Sänger nicht immer ganz einfach …

Mozart ist mir vertrauter, aber manchmal »hasse« ich ihn, denn man darf bei ihm niemals seinen Gefühlen einfach freien Lauf lassen. Die Emotion muss sozusagen durch die 100 % präzise Technik gefiltert werden, damit es ganz einfach und dadurch schön klingt. Natürlich ist die Partie, die HK Gruber für den Oskar geschrieben hat, mit ihren heftigen Tönen und ihrem
großen Farbenreichtum eine echte Herausforderung.

 

Geschrieben von Komische Oper

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