Schon 1775 waren die Zeiten für Musiker denkbar schlecht. Finanzielle und wirtschaftliche Probleme, die sich durch den Österreichischen Erbfolgekrieg und den Siebenjährigen Krieg verschärften, spürte man auch in Salzburg. Der dortige Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo lässt aus Kostengründen das Residenztheater schließen, Opern dürfen überhaupt nicht mehr aufgeführt werden. Da kommt die Nachricht aus Wien, der 19-jährige Erzherzog Maximilian Franz, jüngster Sohn Maria Theresias, wird auf der Durchreise in Salzburg Station machen.

Wolfgang Amadeus Mozart (1775) | Internationale Stiftung Mozarteum

 

Mozart sieht seine Chance. In aller Eile komponiert er die Oper Il re pastore als Huldigung an den jungen Erzherzog von Österreich. Das Libretto stammt von Pietro Metastasio, dessen Opern- und Oratorientexte eigneten sich auf Grund ihrer wohlklingenden Sprache gut für eine Vertonung und wurden meist sogar von mehreren Komponisten vertont. Gerade einmal sechs Wochen schreibt der 19-jährige Mozart an seinem Hirtendrama.

Mozart verzichtet auf dramatische Effekte und große Dramen. Das Werk ist aber dennoch voller Frische und Lebendigkeit. In ihrer einfachen Diktion und Struktur unterscheidet sich Il re pastore von späteren Opern Mozarts grundlegend. Vielleicht liegt einer der Gründe darin, dass Mozart so wenig Zeit für diese Komposition hatte. Außerdem musste er sich den Wünschen des Fürsterzbischofs beugen und kurz vor der Aufführung Änderungen vornehmen.

Erzherzog Maximilian Franz hörte sich bei seinem Besuch in Salzburg die kleine Oper wohlwollend an, doch eine Anstellung bot er Wolfgang Amadeus Mozart nicht an …

Geschrieben von Komische Oper

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