Vor der Komischen Oper Berlin erinnern demnächst drei »Stolpersteine« im Rahmen des Kunstprojektes von Gunter Demnig an Opfer der NS-Zeit. Am Freitag, 30. Januar 2015, 18.30 Uhr, verlegen Gunter Demnig und Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky vor dem Eingang der Komischen Oper Berlin in der Behrenstraße drei der Messing-Gedenktafeln. Die Schicksale dreier Mitarbeiter wurden ausgewählt und stehen stellvertretend für alle Mitarbeiter_innen des Metropol-Theaters, die Opfer des NS-Regimes wurden. Im Rahmen der Verlegung stellt Dr. Karin Schmidt-Feister, ehemalige Dramaturgin am Haus, die drei Persönlichkeiten und ihre Lebensläufe kurz vor.

Barrie Kosky und sein Team haben für diesen Akt der Erinnerung eine repräsentative Auswahl getroffen, die an ganz unterschiedliche Schicksale erinnert: Neben dem Schauspieler und Sänger Fritz Spira, der im KZ Ruma ermordet wurde, und dem Konzertmeister Kuba Reichmann, dem die Flucht ins Exil gelang, erhält auch Hans Walter Schapira eine Gedenktafel, der als Bibliothekar, Theaterdiener und Kassierer am Metropol-Theater, der heutigen Komischen Oper Berlin, tätig war und im Rahmen des Euthanasie-Programms der Nazis ermordet wurde.

Die Verlegung findet unmittelbar vor der Premiere der Neuproduktion von Eine Frau, die weiß, was sie will! statt. Die Oscar-Straus-Operette wurde am 1. September 1932 am Metropol-Theater uraufgeführt, mit Fritzi Massary in der Titelrolle. Sie bedeutete den letzten Triumph in der Karriere der Massary, die aus einer jüdischenKaufmannsfamilie stammte. Bereits kurz nach der Premiere störten Nationalsozialisten gezielt die Aufführungen von Eine Frau, die weiß, was sie will!, wie auch viele andere Veranstaltungen in Berlin, bei denen jüdische Künstler beteiligt waren.

Die »Stolpersteine« sind kleine Gedenktafeln aus Messing, die vor den ehemaligen Wohnhäusern der Opfer oder auch ihren ehemaligen Arbeitsstätten in den Gehweg eingelassen werden. Sie enthalten unter anderem Namen, Geburtsort und Tod/Verbleib bis 1945. Inzwischen liegen »Stolpersteine« in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas. Weitere Informationen zum Projekt »Stolpersteine« auch unter www.stolpersteine.eu.

Geschrieben von Komische Oper

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