Der Bariton Günter Papendell war zuletzt unter anderem in den Titelpartien von Mozarts Don Giovanni und Monteverdis Odysseus zu erleben. Ab Mai steht er in der französischen Barockoper Castor et Pollux von Jean-Philippe Rameau als Pollux auf der Bühne.

Günther Papendell (Foto: Gunnar Geller)

Günther Papendell (Foto: Gunnar Geller)

Was wiegt schwerer: Liebe oder Freundschaft?

Bei Rameau geht der Konflikt zwischen Freundschaft und Liebe grundsätzlich zu Gunsten der Freundschaft aus. Pollux besingt in seinen Arien die Freundschaft als höchstes Gut, das die Liebe überdauert. Für seinen Bruder opfert er seine große Liebe. Interessant, gerade weil es nicht unbedingt unserer heutigen Sicht entspricht.

Wie schwierig ist das Französisch des 18. Jahrhunderts?

Der musikalische Leiter Christian Curnyn hat mit uns die Gesangspartien regelrecht auseinandergenommen: Zunächst wurde der Text nur gesprochen, dann übertrieben deklamiert – wie man das aus alten Filmen kennt. Und dann wurden zwar die Töne auf den Text gesungen – aber ohne Konsonanten. Curnyn erzählte, die Schauspieler der französischen Klassik hätten so ihre Rollen einstudiert. Plötzlich wird eine merkwürdige Satzstellung plausibel, einfach, weil sie aufgrund der Vokalabfolgen besser klingt. Und Texte, die einem zunächst vielleicht etwas antiquiert vorkommen, entfalten eine ganz eigene Logik.

Was ist leichter: Barockmusik aus Frankreich oder aus Italien?

Französischer Barock ist stilistisch etwas ganz anderes als das, was man hierzulande mit Barockmusik verbindet, allein was die Art und Menge der Verzierungen betrifft. Es erinnert eher an die Musik Glucks oder des Rokoko. Arie und Rezitativ gehen hier fast unmerklich ineinander über, langen sehr hohen Passagen folgen tiefste Töne. Eine echte gesangstechnische Herausforderung!

Wenn sie mehr wissen wollen …

Geschrieben von Komische Oper

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