My Square Lady | Eine Opernerkundung.

Gemeinsam mit dem Performance-Kollektiv Gob Squad begeben sich der Roboter Myon und seine Schöpfer vom Labor für Neurorobotik am Institut für Informatik der Humboldt Universität Berlin ab der Spielzeit 2013/14 auf eine performative Erkundungstour durch die Komische Oper Berlin. Dabei soll die Maschine mit allen verfügbaren Registern des »Kraftwerks der Gefühle« Oper erlernen, Emotionen hervorzurufen und zur Schau zu stellen. Fragen wie Welche Handlungen und welches Verhalten evozieren Gefühle? oderWas heißt es, ein Mensch zu sein? werden mit Gob Squad, dem Labor für Neurorobotik am Institut für Informatik der Humboldt-Universität Berlin und Mitarbeitern der unterschiedlichsten Abteilungen der Komischen Oper Berlin – von der Technik über die Verwaltung bis hin zum Sängerensemble – erörtert. Inspiration für das Experiment ist das Musical My Fair Lady, seine Vorlage Pygmalion von G.B. Shaw sowie der antike MythosPygmalion, in denen es in unterschiedlicher Weise darum geht, ein als nicht menschlich beziehungsweise. nicht gesellschaftsfähig erachtetes Wesen »zum Leben zu erwecken«.

Solch ein Trainingsprogramm erfordert einen lernfähigen Probanden: Myon spult keine im Voraus programmierten Abläufe ab, sondern ist in dem Sinne bereits menschenähnlich konstruiert: Er kann auf äußere Reize mitunter auch unkalkulierbar reagieren und in Interaktion mit den Menschen seiner Umgebung treten. Unvorhersehbares, Momente des Nicht-Perfekten sowie des Scheiterns werden ästhetischer Teil des Projektes und stellen das Streben nach dem perfekten, emotionalen Opernmoment immer wieder in Frage. My Square Lady wird somit auch zu einer künstlerischen Reflexion über die Möglichkeiten und Bedingungen eines Opernhauses, durch das Genre Musiktheater Gefühle professionell zu produzieren und beim Publikum hervorzurufen. Schließlich mündet Myons und Gob Squads zweijährige Tour in die Bühnenproduktion My Square Lady, in der der Roboter am Ende der Spielzeit 2014/15 das Gelernte vor Publikum unter Beweis stellen muss.

Geschrieben von Komische Oper

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